Der afrikanische Sozialismus

Kommentar auf dem Diskussion ber den ‘Afrikanischen Sozialismus’ nach dem Kolloquium ber die Entwicklungspolitik und die verschiedenen afrikanischenwege zum Sozialismus (Dez. 1962, Dakar). (Hiermit beschftigte sich der Artikel 1965, p. 23-38). Auf rein geistiger Ebene gehrt fr die Afrikaner zum Sozialismus notwendigerweise die Freiheit. Seine Anziehungskraft besteht vor allem darin, dass sie in ihm eine Brcke sehen von ihrer berholten Stammestradition in die Zukunft des technischen Zeit alter. Gleichzeitig hoffen sie Vorteile des Afrikanertums, d.h. den Gemeinschaftsgeist, innerhalb einer gerechten und vor allem freien Gesellschaftsordnung zu bewahren. Das straffe, logisch berzeugende marxistische Schema bt auf sie starke Anziehungskraft aus. Es scheint leichter nach Afrika zu bertragen und den Erfordernissen eines unterentwickelten Landes besser zu entsprechen als die liberale Methode oder auch die unter sozialistichen aufgebaute Gemeinschaftswirtschaft. Jedoch, der allgemeinen Entwicklung Afrika mssen sowohl die Ideologien wie jede verlockende, politische Demagogie untergeordnet werden. Dieser arme Erdteil kann es sich nicht leisten, auf irgendeine empirisch sinnvolle Lsung zu verzichten und irgendeine seinen Erfordernissen entsprechende Privatinitiative zu entmutigen.

Title:Der afrikanische Sozialismus
Author:Frisch, A.
Year:1963
Periodical:Neues Afrika: Monatsschrift fr Politik, Wirtschaft und Kultur im neuen Afrika
Volume:5
Pages:190-195
Language:German
Geographic term:Africa
Subject:socialism
Abstract:Kommentar auf dem Diskussion ber den ‘Afrikanischen Sozialismus’ nach dem Kolloquium ber die Entwicklungspolitik und die verschiedenen afrikanischenwege zum Sozialismus (Dez. 1962, Dakar). (Hiermit beschftigte sich der Artikel 1965, p. 23-38). Auf rein geistiger Ebene gehrt fr die Afrikaner zum Sozialismus notwendigerweise die Freiheit. Seine Anziehungskraft besteht vor allem darin, dass sie in ihm eine Brcke sehen von ihrer berholten Stammestradition in die Zukunft des technischen Zeit alter. Gleichzeitig hoffen sie Vorteile des Afrikanertums, d.h. den Gemeinschaftsgeist, innerhalb einer gerechten und vor allem freien Gesellschaftsordnung zu bewahren. Das straffe, logisch berzeugende marxistische Schema bt auf sie starke Anziehungskraft aus. Es scheint leichter nach Afrika zu bertragen und den Erfordernissen eines unterentwickelten Landes besser zu entsprechen als die liberale Methode oder auch die unter sozialistichen aufgebaute Gemeinschaftswirtschaft. Jedoch, der allgemeinen Entwicklung Afrika mssen sowohl die Ideologien wie jede verlockende, politische Demagogie untergeordnet werden. Dieser arme Erdteil kann es sich nicht leisten, auf irgendeine empirisch sinnvolle Lsung zu verzichten und irgendeine seinen Erfordernissen entsprechende Privatinitiative zu entmutigen.